Andacht zum 24. Februar 2018: Der Duracell-Hase

Guten Morgen,
Kennen Sie den Duracell-Hasen? Den aus der Batterie-Werbung, anno dunnemal? So ein rosa Hase, der unermüdlich mit seinen Pfoten auf eine kleine Trommel haut. Ohne Ende – weil ja seine wunderbaren Batterien so viel leistungsfähiger sind, als die der Konkurrenz.
Manchmal erwische ich mich dabei, dass ich mich wie dieser rosa Trommel-Hase fühle. Tapfer und ohne Anzeichen von Ermüdung rackere ich im Beruf, erfülle meine Aufgaben in der Familie, und stehe auch noch ehrenamtlich hie und da fleißig auf der Matte. Und wo andere schon mal langsamer machen oder auch mal Aussetzen, da denke ich: Das kriege ich auch noch hin.
Und so wird fleißig weitergetrommelt. So, als wüsste ich nicht, dass auch der beste Trommelhase irgendwann die Pfoten hängen lässt. Weil keine Batterie endlos hält. – Aber die Werbung hat mir das eben nicht gezeigt!
Die Bibel ist da gar kein schlechtes Handbuch für das Handling unserer inneren Energien. Denn sie erinnert mich immer wieder daran:
Du bist kein ewig trommelnder Duracell-Hase.
Du hast Grenzen – du kannst nicht immer alles schaffen.
Und vielleicht solltest du mal schauen, ob du überhaupt auf der richtigen Party trommelst. Denn wenn du schon weist, dass deine Energie begrenzt ist, solltest du dir gut überlegen, wofür du deine Energie investierst.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Andacht zum 17. Februar 2018: Mikado

Ich finde: Mikado ist eigentlich ein ziemlich blödes Spiel. Die Regeln sind ja klar: Man soll die kreuz-und quer liegenden Stäbchen wegnehmen, ohne dass da etwas wackelt. Theoretisch ist das ganz einfach, die Praxis sieht da anders aus: Relativ bald kommt man an einen Punkt, wo man strenggenommen nichts mehr wegnehmen kann, ohne dass nicht irgendwas irgendwie doch wackelt. Und wenn es im kaum wahrnehmbaren Mikrometerbereich ist. Wie schön wenn dann einer losmeckert :“Ha, ich habs gesehen, das hat sich bewegt!“
Ich denke das Spiel macht nur dann Spaß, wenn man bereit ist, mal ein Auge zuzudrücken, nicht gnadenlos jeden kleinen Fehler des andern anprangert und ausnutzt.
Jesus hat zu seinen Jüngern gesagt: “Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist” – Sieh auch mal drüber hinweg, wenn einer wo anstößt.
Es gibt ja auch so Mikado-Situationen im Leben. Wenn alles so verworren ist, dass man gar nicht drum herum kommt, dass man Andere enttäuscht oder kränkt.
Wie schön, wenn man dann Mitmenschen hat, die einem nicht jeden Fehler ankreiden, sondern barmherzig darüber hinwegsehen – weil sie wissen: Ein bisschen wackelt es im Leben immer.
Einen guten Tag wünsche Ich ihnen

Andacht zum 10. Februar 2018: Mzungu

Guten Morgen,
Ich habe in einem Buch über Ostafrika ein interessantes Wort entdeckt: “Mzungu” – Eigentlich könnte man das ganz einfach mit “weißer Mann” oder “Europäer” übersetzen. Aber das ist nicht alles. Mzungu war schon vor hundert Jahren das Wort für eine bestimmte Art, die Welt zu betrachten:
Ein Mzungu, das ist einer, er alles nach seinen Wert in Geld beurteilt. Die Schönheit einer Sache, die Freude daran, die Arbeit, die einer vollbringt. Das alles lässt sich bemessen – namlich in Dollar, Euro oder Schillingi.
Und wenn man miteinander ein Huhn gegen eine Ziege tauscht, dann sagt der Mzungu: Das passt nicht, weil die Ziege mehr kostet.
Das haben die Afrikaner nicht verstanden, weshalb das Leben der Ziege mehr wert sein soll, als das des Huhns.
Da merke ich: Ich bin auch einer von den Weißen, die automatisch an alles ihre unsichtbaren Preisschilder hängen. Was darf eine Bratwurstsemmel kosten, was ist ein Konzert wert, oder ein schönes Bild?
Ich spüre: Da kann ich nicht aus meiner Haut, ich ticke genau so! – Aber ich will zumindest nicht vergessen, dass man die Dinge eigentlich auch ganz anders betrachten kann.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Andacht zum 6. Februar 2018: Gerechtigkeit (Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg)

Guten Morgen,
In einem Gleichnis erzählt Jesus von einem Weinbauern, der an einem heißen Tag während der Ernte nach und nach immer mehr Arbeiter in seinen Weinberg geholt hat. So, dass die einen den ganz Tag gerackert haben, aber die später gekommenen nur eine oder zwei Stunden. Und als es abends an die Bezahlung ging, haben alle das gleiche bekommen: Nämlich den damals üblichen Tagessatz.
Sie ahnen es: Natürlich hab es Ärger! Weil diejenigen, die 12 Stunden geschuftet haben sich ungerecht behandelt fühlten. – Schließlich haben die Kurz-Arbeiter das Gleiche bekommen.
Die Geschichte ist uralt – aber die Frage ploppt immer wieder auf. Was habe ich, als fleißiger und fair bezahlter Mensch davon, wenn die Anderen, die weniger leisten können, viel viel weniger bekommen – eigentlich zu wenig zum Leben? Macht mich so eine Gerechtigkeit glücklicher?
Jesus erinnert daran: Gerechtigkeit fragt manchmal nicht nach dem, was ein Mensch verdient, sondern nach dem, was ein Mensch braucht.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Andacht zum 3. Februar 2018: Schleichende Prozesse

Guten Morgen,
Angefangen hat es damit, dass ich mir einen neuen Bildschirm für den Computer gekauft habe – weil ich ich fand, dass die Buchstaben immer verwaschener wurden. Aber auch beim neuen habe ich irgendwann die Zeichengröße der Buchstaben nach oben verändert: Von 11 Punkten zu 12, dann 13 …
Irgendwann musste ich eingestehen: Ich brauche eine Brille, weil allmählich meine Augen schwächer wurden. Ich habe es nur lange nicht gemerkt, weil das eben so ein schleichender Prozess war.
Das ist das Gemeine an solchen allmählichen Veränderungen: Man merkt es kaum, und doch wird mit der Zeit alles anders.
Bei den Augen habe ich es immerhin irgendwann bemerkt, und konnte Abhilfe schaffen. Aber ich überlege, ob es nicht auch in anderen Bereichen meinens Lebens solche schleichenden Prozesse gibt.
Werde ich von Jahr zu Jahr abgebrühter, wenn es um die Ungerechtigkeit auf dieser Welt geht? Kann es sein, dass ich immer selbstzufriedener und selbstgerechter werde, ohne dass ich das wirklich spüre?
Bei meiner Brille hat mir meine Frau gesagt: Hey, geh doch mal zum Optiker, das timmt was mit deinen Augen nicht! Ich hoffe, sie, oder ein guter Freund sind es auch, die mich bei den anderen schleichenden Prozessen warnen, bevor ich irgendwann zum kaltblütigen Kerl oder zum selbgerechten Idioten werde.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Andacht zum 27. Januar 2018: Gold im Bauch

Guten Morgen
Zum Hochzeitstag hat uns jemand eine Flasche Sekt geschenkt, in der viele kleine Blattgold-Teilchen schweben. Sieht wirklich toll aus!
Jetzt überlege ich: Der Körper verdaut das ja nicht … das kommt hinten wieder raus … was ist dann, wenn ich pusse? Gibt das dann Goldstaub?
Aber selbst das wäre ja nur ein kurzzeitiger Effekt. Ich werde mit meinem Gold-Sekt nicht auf Dauer wertvoller. Wie es kommt, gehts auch wider
Das hat übrigens schon Jesus festgestellt. Da war es für viele wichtig, auf bestimmte Produkte zu verzichten – damals nannte man es “koscher” – für manche wäre vielleicht “vegan” der neue Trend. Jesus sagt: Dein Essen macht dich nicht zu einem besonderen Menschen. Das geht durch dich durch. Vorne rein, hinten raus. Der Bauch ist Nebensache.
Zu einem besonderen Menschen wirst du durch das, was du sagst oder tust: Denn deine Worte und Handlungen zeigen, was in deinem Herzen los ist – und das ist es, was wirklich zählt! Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Andacht zum 24. Januar 2018: Weihnachts-Rest-Schmuck

Guten Morgen,
Wenn ich momentan abends noch mal eine Runde in der Siedlung spazieren gehe, sehe ich noch viele Wohnzimmerfenster, aus denen mir weihnachtlicher Glanz entgegenstrahlt: beleuchtete Sterne, Lichterketten und auch etliche Weihnachtsbäume sind da zu entdecken. Ich finde das schön, wenn auch 4 Wochen nach dem Fest nach etwas von dieser Heiligen Zeit zu sehen ist.
Einige Familien sind gleich nahtlos zum Fasching übergegangen. Baum raus – bunte Papiergirlande rein. Ob die jetzt auch den Narhalla-Marsch singen? Ich weiß es nicht.
Als Gegenmodell gibts die Wohnungen, da ist offenbar nach den Feiertagen Weihnachten gleich wieder besenrein entsorgt worden: Kein Stern zu sehen, dafür die üblichen eleganten Design-Objekte auf dem glänzenden Fußboden. Alles so aufgeräumt … da weiß man gar nicht, ob die Bewohner nicht gleich mit zusammen mit dem Baum ausgezogen sind.
Ach, da bin ich froh, dass bei mir in irgend einem Eck noch was weihnachtliches herumbaumelt. Das finde ich einfach passend … weil … ja weil für mich dieser Jesus in der Krippe einer für alle Tage ist. Der mich auch in den anderen 11 Monaten des Jahres begleiten soll, weil er mehr ist, als weihnachtliche Folklore.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Andacht zum 30. Dezember 2017: Segen

Guten Morgen,
In vielen Gottesdiensten wird morgen an Silvester ein altes traditionelles Kirchenlied gesungen. Es beginnt so: “Der du die Zeit in Händen hast, Herr, nimm auch dieses Jahres Last und wandle sie in Segen.”
Das klingt komisch. Wie soll Gott aus meinen Fehlern und manchen traurigen Ereignis einen Segen, etwas Gutes werden lassen?
So einige Leute, die ich kenne, haben Schlimmes erlebt. Manchmal wirkt das ja noch Monate nach … so schnell heilen Verletzungen nicht. Das darf man auch am Jahresende nicht feierlich schönreden. Das wäre ja wirklich nicht ehrlich.
Aber ich habe auch erlebt, wie Menschen nach schmerzhaften Einschnitten etwas Neues begonnen haben. So manche ungewollte Veränderung im Leben, war der Beginn eines anderen, aber eines irgendwann dann doch gutes Weges.
Die Last des vergangenen Jahres will ich nicht kleinreden – aber es muss ja nicht zwangsläufig alles negativ weitergehen. Schauen wir nach vorn, mit Zuversicht und Gottvertrauen.
Einen guten Rutsch ins neue Jahr wünsche ich Ihnen

Andacht zum 20. Januar 2018: Alles ist möglich

Guten Morgen,
„Alles ist möglich, dem der da glaubt“ – diesen Satz hat Jesus einmal gesagt. Und ich überlege mir immer wieder, ob das wirklich so funktioniert. Jesus hatte da keine Probleme, bei ihm klappte irgendwie alles. Der ging sogar übers Wasser – bei mir klappt das nur ab 10 Grad unter Null.
Hat Jesus uns da etwa zu viel versprochen? Hat er die Erwartung damit zu hoch geschraubt?
Auf der anderen Seite merke ich: Das Problem liegt ja oft nicht daran, dass ich mir und Gott zuviel zutraue, sondern zuwenig! Und so schraube ich aus Angst vor Enttäuschung meine Erwartungen nach unten …
Dann wird der Satz „Das wird sowieso nix“ zu meinem Mantra.
Große Träume werden entsorgt.
Manche heimliche Hoffnung schminke ich mir ab.
Ich will lieber nur kleine Brötchen backen – da kann nicht so viel schief gehen.
Aber wie soll sich da in meinem Leben etwas verändern, wenn ich mir und meinem Gott nichts zutraue? Wenn ichs nicht mal versuche?
„Alles ist möglich, dem der da glaubt“ – Jesus weiß, dass ich kein Wundertäter bin. Aber er gibt mir mit diesen Satz einen ordentlichen Schubser: Habe Mut und Vertrauen – dann geht mehr als du denkst.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Andacht zum 13. Januar 2018: Bilder eines Jahres

Guten Morgen,
was machen Sie eigentlich mit den ganzen Fotos des vergangenen Jahres? Liegen sie bei Ihnen auch auf der Festplatte oder im Handyspeicher, belegen etliche Gigaabyte, und gammeln da still vor sich hin?
Jaja, ich weiß schon, wenn Sie Zeit haben, dann wird mal ausgemistet und ein Fotobuch gemacht… aber bei vielen Menschen zieht sich das länger hin als der Bau des Berliner Flughafens.
Machen Sie doch lieber die kleine Lösung: Einfach mal wieder nur anschauen! Einfach so, die Monate des vergangenen Jahres in die Hand nehmen und betrachten. Was da war … was sie erlebt haben … was sie erlitten haben. Lassen sie sich von ihrer Erinnerung treiben, entdecken sie nebenbei auch machen wunderbaren Moment, von dem es zwar kein Foto gibt, der aber immer noch in ihrem Kopf bereitliegt.
Einfach so, dankbar das Gute Revue passieren lassen.
Sich bewusst machen, wie wertvoll die Zeit ist, die Gott uns auf dieser Erde schenkt.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.