Andacht zum 4. Februar 2017: Wasser zu Wein

Guten Morgen,
eine der schönsten Wundererzählungen der Bibel ist für mich die Hochzeit in Kana, wo Jesus Wasser zu Wein verwandelt.
Nicht so sehr, weil es um Party und Spaß geht, sondern weil es so ein herrlich unauffälliges Wunder ist. Jesus bittet darum, dass man die Wasserkrüge auffüllt … und siehe da, es ist Wein daraus geworden. Ohne großes Drama und Tamtam, einfach so. Jesus wollte, dass ihnen der Wein nicht ausgeht, auch wenn die Leute ohne Wein genauso überlebt hätten.
Ich glaube, bei mir gibt’s manchmal auch so unauffällige Wunder.
Dass Dinge besser laufen, als gedacht. Dass etwas nicht schief geht, obwohl es zu befürchten war. Ja, dass aus dem mittelmäßigen Wasser meiner Ideen und Projekte dann doch köstlicher Wein geworden ist, auf den ich irgendwie stolz war.
Da sage ich dann einfach leise– Danke! Dass Gott da anscheinend öfter die Finger im Spiel hat. Unauffällig, leise, aber effektiv.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Andacht zum 31. Januar 2017: Lichtblicke

Guten Morgen,
gestern habe ich die Jahresstatistik meiner Kirchengemeinde zusammengeschrieben. Alle Jahre wieder darf ich da diverse Zahlen in eine Tabelle eintragen. Dabei ist mir aufgefallen: Im Jahr 2016 habe ich so viele Trauungen gehabt, wie noch nie in meiner ganzen Laufbahn. Und wenn ich an die Brautpaare denke habe ich den Eindruck: Mit denen konnte man die Trauung richtig gut planen – da waren Inhalte wichtig. Die Frage, „worum geht es uns eigentlich in unserer Beziehung“ konnte man wunderbar besprechen. Es ging eben nicht darum die perfekte gestylte Märchenhochzeit zu inszenieren, sondern ein fröhliches „ja“ vor Gott zueinander. Das fand ich ganz wunderbar – und das gehörte auch zu diesem angeblichen Katastrophenjahr 2016.
Es war natürlich eines mit vielen negativen Ereignissen und Entwicklungen, aber nicht nur. Es geht nicht nur bergab mit unserer Welt und diesem Land. Es gibt viele Lichtblicke, viele Menschen, die etwas „gut“ machen wollen und Dinge zum Besseren wenden.
Man übersieht es nur so leicht – und genau deshalb ist es so wichtig, auch das Positive zu sehen, und sich dann auch darüber zu freuen.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Andacht zum 28. Januar 2017: Eine Welt voller Lächeln

Guten Morgen,
Wie zwei schläfrige Augen schauen mich die beiden Fenster im ersten Stock des Einfamilienhauses an. In der Mitte dazwischen hängt eine Laterne, so als wärs eine Nase, und im Erd geschoss schaut mich eine rote Girlande wie ein lachender Mund an. Dieses Haus hat ein strahlendes Gesicht!
Ja, die die Welt steckt voller Lächeln! Man muss es nur entdecken und sich davon verzaubern lassen. Im Internet gibt es eine Seite, die solche Fotos sammelt: Ein grinsender Einkaufskorb, ein strahlender Aschenbecher, ein schmunzelnder Küchenquirl ein lächelnder Baumstumpf. Alle scheinen sich aus vollem Herzen ihres Daseins zu freuen. Fast so, wie in der Bibel, wo ich auch von jauchzenden Bäumen du fröhlichen Feldern lesen kann. Denn alles, was lebt ist froh, von Gott geschaffen … ja einfach da zu sein. (Ps 96)
Bloß wir Menschen ziehen oft genug eine Schnute – weil wir mal wieder nicht 100%ig mit der Gesamtsituation zufrieden sind.
Muss mir jetzt wirklich ein Küchenquirl beibringen, froh und dankbar fürs Leben zu sein? – Na, hoffentlich nicht! Da muss ich doch nachher gleich mal am Spiegel vorbei und schauen, ob ich fröhlicher strahlen kann, als dieses Elektroding.
Ich wünsche ihnen heute, mindestens einmal ein gaanz breites Lächeln!

Andacht zum 21. Januar 2017: Der Schmetterlingseffekt

Guten Morgen,
kennen Sie den Schmetterlingseffekt? Das ist die Erkenntnis, dass in einer komplexen Welt manchmal ein winziger Anstoß dazu führen kann, dass alles ganz anders kommt. Zum Beispiel, dass der minimale Luftwirbel eines Schmetterlings letztlich den Ausschlag geben kann, dass sich ein Tiefdruckgebiet ganz anders entwickelt, als es ohne diesen Schmetterling gekommen wäre. Also Sonne statt Orkan, wegen eines Schmetterlings!Verrückt! Oder?
Seit ich diese Theorie kenne, sehe ich manche Worte von Jesus in einem ganz neuen Licht. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ … ob das wirklich die Welt verändert? Mit dem Schmetterlingseffekt im Hinterkopf macht das plötzlich ganz neu Sinn. Eben weil durch diese kleine Veränderung unseres Welt-Systems dann manches ganz ganz anders kommen könnte …
Das macht mir Mut, selber Schmetterling zu sein. Kleine Impulse weiterzugeben, und zu hoffen, dass sich damit wirklich viel mehr verändert, als ich es je für möglich gehalten hätte. Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Andacht zum 14. Januar 2017: Sei ein Esel!

Guten Morgen,
ist ihnen schon aufgefallen, dass man heute kaum mehr jemand als „dummen Esel“ beschimpft? Früher dachte man, ein Esel ist zu blöd um zu kapieren, was er machen soll, und ist deshalb so störrisch. Inzwischen hat man herausgefunden: Der Esel ist ein hochintelligentes und sensibles Tier – das gute Gründe und hat weshalb es auf stur schaltet: Der Esel sieht keinen Sinn in dem, was wir vorhaben, oder ahnt viel eher als sein Besitzer die Gefahr, die auf dem Weg droht.
Sogar in der Bibel gibt es eine Geschichte, in der die Sturheit einer Eselin ihrem Herrn das Leben rettet: Die hat gespürt, dass er etwas Verhängnisvolles plant und hat einfach keinen Huf mehr vor den anderen gesetzt. Das hat ihr zunächst wilde Beschimpfungen, aber später große Dankbarkeit eingebracht.
Wenn man das so betrachtet, wäre ich auch gerne öfter ein Esel. Einer der schlau genug ist, zu spüren wo etwas falschläuft – und dann eben nicht mehr mitspielt. Auch wenn sie dann alle schimpfen und mich für störrisch und dumm halten …. Ich weiß ja, wie die Geschichte mit dem Esel in der Bibel ausgegangen ist.

Andacht zum 11. Januar 2017: Blaise Pascal und das Glück

Guten Morgen,
der Wissenschaftler und Philosoph Blaise Pascal hat einmal gesagt: Wir Menschen suchen immer das Glück in der Zukunft. Wir überlegen, was wir noch alles tun oder erreichen müssen, um dann irgendwann in der Zukunft glücklich zu sein. Damit jagen wir dem Glück immer nach, ohne es jemals im Leben zu erreichen. Weil wir das Glück planen, statt es zu zu erleben.
Denn um glücklich zu sein, muss man in der Gegenwart suchen. Das Glück des Moments erleben. Entdecken, was mich jetzt glücklich macht.
Diese Gedanken von Blaise Pascal sind schon über 300 Jahre alt – anscheinend haben wir Menschen uns da gar nicht so sehr verändert. Auch heute ertappe ich mich dabei. Zum Beispiel, wenn dass ich unseren Urlaub plane – als die wunderbaren entspannten 2 Wochen im August. Und glatt übersehe ich, dass ich gerade jetzt auch ein bisschen langsamer machen könnte – den Moment genießen – einfach so! –
Danke, lieber Blaise Pascal, dass sie mich daran erinnert haben.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Andacht zum 7. Januar 2017: Auf der richtigen Seite

Guten Morgen,
manchmal hätte ich wirklich Lust, aufzugeben. Nicht mehr dauernd gegen die ganzen unsinnigen und herzlosen Meinungen anzukämpfen, die mir immer wieder begegnen. Wenn eine Bekannte auf Facebook irgendeine hetzerische Unwahrheit teilt – soll ich dazu Stellung nehmen und zu diskutieren beginnen? Ich weiß ja, wie anstrengend das ist und ich mache sie mir damit nicht unbedingt zur Freundin.
Wäre es nicht viel einfacher, es sein zu lassen? Vielleicht sogar mal ein “gefällt mir” klicken, das fände sie bestimmt toll? Das Sofa in der Ecke der Hetzer ist warm und gemütlich: Mann kann alles kritisieren und muss ja selber nichts besser machen. Manchmal kann man diese Leute fast beneiden.
In den Psalmen hat einer geschrieben: “ich will lieber die Tür hüten am Haus meines Gottes, als in der gottlosen Hütte wohnen.”
Da hat sich einer entschieden: Lieber auf der richtigen Seite stehen, auch wenn dort der Wind kalt um die Ecke pfeift. Auf der falschen Seite erscheint das Leben zwar einfacher, aber eigentlich weiß ich ja: Auf dem kuscheligen Seite der Verständnis- und Herzlosen hätte ich weniger Streß und müsste mich weniger ärgern – aber ich würde nicht glücklich werden – einfach weil es für mich die falsche Seite ist.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen