Andacht zum 18. März 2017: Kirchenknigge – Trauerzug

Guten Morgen,
draußen in den fränkischen Dörfern gibt manche Bräuche, die in Nürnberg oder Fürth fast ausgestorben sind. Wenn zum Beispiel jemand daheim gestorben ist, begleiten die Angehörigen, Nachbarn und Freunde den Sarg zu Fuß vom Haus bis zum Friedhof. Dieser Trauerzug schlängelt sich dann durch die Straßen und bildet naturgemäß ein Verkehrshindernis.
Und manche überholen mit Vollgas, ohne Rücksicht auf irgendwas. Tun so, als wären die Trauernden gar nicht da. Ja – Deppen gibt’s immer.
Aber viele halten an, machen ihren Motor aus und warten die paar Minuten. Weil sie spüren: Der Trauerzug ist immer auch eine Botschaft:
Du kannst der Nächste sein, den sie in der Holzkiste durch die Straße tragen. Oder der Mensch, der dir am wichtigsten ist. Du hast es nicht in der Hand.
Am Trauerzug anzuhalten, Motor und Radio auszuschalten – das ist nicht nur eine Frage des Anstands. Es ist auch eine Gelegenheit: Dankbar zu sein dass man selbst noch lebt. Und dann ein bisschen bewusster und auch achtsamer seinen Weg fortzusetzen.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

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