Andacht zum 6. Februar 2016: Die Haarbürste

Guten Morgen,
auch heute kommt meine Andacht aus dem Badezimmer – in Form meiner Haarbürste. Die ist seit ein paar Jahren bei mir auf dem Kopf ein bisschen unterfordert. Immer weniger Haare sind es, die in Form gebracht werden müssen.
Als Teenager hatte ich eine dicke Wolle auf dem Kopf. Das fand ich peinlich, fühlte mich wie ein Mädchen, und jetzt schau ich neidisch zu den Männern, die das auf dem Kopf haben, was ich vor 30 Jahren hatte, aber nie wollte.
Da wundere ich mich manchmal über mich selber. Aber oft genug ticken wir ja so: Das was man nicht hat, ist das, was interessant ist – Die Früchte in Nachbars Garten, das tolle Auto in seiner Garage, die attraktive Freundin auf seinem Sofa. Wir wissen alle: Diser neidische Blick auf das, was man nicht hat; auf das, was der Andere hat, das ist die Lizenz zum Unglücklichsein!
Also schau ich in meinem Spiegel, atme tief durch, fahre mit meiner unterbeschäftigten Bürste durch meine Häärchen und freue mich, dass der Friseurbesuch heutzutage bei mir viel schneller rum ist, als vor 30 Jahren.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

Andacht zum 30. Januar 2016: Wattestäbchen für die Ohren

Guten Morgen,
bei uns im Badezimmer steht so eine Dose mit Wattestäbchen. Und mit denen bohre ich liebend gerne in meinen Ohren. Da bin ich wahrscheinlich nicht der Einzige.
Dummerweise habe ich dabei immer ein schlechtes Gewissen. Denn man liest ja überall: Das Ohr wird von ganz alleine sauber. Dafür sorgen die kleinen Flimmerhärchen im Gehörgang. Aber wenn du mit dem Wattestäbchen kommst, dann brechen die Häärchen ab, und Schluss ist mit der Selbstreinigung!
Inzwischen habe ich gelernt: Die Flimmerhärchen können sich von meinem Gehörgang-Masssaker auch wieder erholen. Da wächst was nach. Da ist also nicht alles für alle Zeiten ruiniert. Als ich das gelesen habe, fand dich das ziemlich beruhigend.
Ich mach ja öfter mal etwas falsch. Das sind Wattestäbchen ja das kleinere Problem. Als Mensch bin ich nicht perfekt und habe Bereiche, wo es regelmäßig ein bisschen hakt. Da ärgere ich mich über mich selber, habe aber erlebt, dass davon die Welt nicht untergeht.
Die Häarchen im Ohr wachsen nach.
Menschen verzeihen mir meine Fehler.
Falsche Entscheidungen lassen sich revidieren
Und ich habe einen Gott, der mir vergibt.
Da bin ich gescheit froh drüber.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Andacht zum 26. Januar 2016: Die Dusche

Guten Morgen,
in dieser Woche gehts es in meinen Radioandachten täglich um ein Teil aus meinem Badezimmer. Mit der Duschekabine soll es losgehen. Denn unter der Dusche kommen mir oft die besten Ideen! Die kreativsten Einfälle und manche wichtige Erkenntnis entstehen bei mir unter der Brause. Weil da nichts stört. Das Radio ist ist mal aus. Mich quatscht keiner an. Nichts lenkt mich ab. Ich bin mit mir allein – und ich bin buchstäblich so, wie Gott mich geschaffen hat – und dann bahnt sich mancher gute Gedanke seinen Weg in mein Bewusstsein.
Offenbar lauert auch so mache kritische Frage lange Zeit in meinem Hinterkopf. Aber sie kommt nie zum Vorschein, weil ich ja laufend beschäftigt bin, etwas höre, oder sage oder schreibe. Meine Aufmerksamkeit ist überall …. Nur nicht bei mir selbst. Unter der Dusche ist das anders. Da hat dieser wichtige Gedanke dann seine Gelegenheit und meldet sich in meinem Bewusstsein. Da bin ich manchmal selbst überrascht, was da in mir an Ideen und Fragen aufploppt.
Alles, was es dazu braucht, ist mal etwas Ruhe mit einem selbst. Und … der Mut, sich den Fragen zu stellen, die man vielleicht schon viel zu lange erfolgreich verdrängt hat.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Andacht zum 23. Januar 2016: Verkalktes Herz?

Guten Morgen,
eigentlich habe ich gedacht, nur Waschmaschinen verkalken. Seit meiner Kindheit kenne ich die Werbespots mit kalkverkrusteten Heizstäben … dem bitteren Ende einer Waschmaschine, bei der keiner was gegen die hartnäckigen Verkrustungen getan hat.
Inzwischen hab ich manchmal die Angst, dass ich selber auch verkalke, und zwar am Herzen – so emotional. Da passiert auf unserer Welt und in unserem Land so viel Irrsinn, soviel Schlimmes, dass ich den Eindruck habe: Manchmal komm ich mit meinen Gefühlen da gar nicht mehr hinterher. Das Herz bleibt immer öfter ungerührt, weil … das ist ja alles irgendwie zuviel.  Verkalkt mein überfordertes Herz? Wird es noch funktionieren, wenn jemand in der Nähe mein Mitfühlen, meine Herzlichkeit braucht? Kann oder muss man da was reparieren?
In meiner Bibel bei finde ich eine wunderbare Zusage. Da verspricht Gott:  Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch. (Hesekiel 36,26)
Dieser Satz nimmt mir die Angst davor, dass ich innerlich abstumpfe und irgendwann gefühllos und emotional verkalkt alles an mir abprallen lasse. Weil mein Herz kein Heizstab ist, sondern ein Organ, um das sich anscheinend Gott selber regelmäßig kümmert.
Ich wünsche Ihnen einen guten Tag und ein offenes Herz

Andacht zum 16. Januar 2016: Schokoladenweihnachtsmannentsorgung

Guten Morgen
jetzt sind wir schon im neuen Jahr, und daheim stehen immer noch jede Menge Schokoladen-Weihnachtsmänner herum.
Wohin damit? Die kann man ja nicht ewig aufhaben. Ich hätte da ein paar Vorschläge:
Beim nächsten Kuchen einschmelzen und als Schokoglasur verwenden.
Oder in kleine Krümel zerbrechen und ins Müsli streuen.
Wie wärs, so einen kleinen Weihnachtsmann kopfüber in den Cappuccino tauchen und die geschmolzene Schokolade abschlecken?
Als Kind hab ich sie plattgedrückt und in eine Semmel geklemmt.
Sie sehen: Mit dem Schokoweihnachtsmann kann man ganz schön viel anstellen, damit man ihn endlich wegbekommt.
Mit dem Christkind geht das nicht. Nicht nur, weil das nicht aus Schokolade ist.
Das Christkind, also dieser Jesus aus der Stall in Bethlehem, ist keine Weihnachtsfigur, die man im Januar entsorgen kann.
Jesus – seine Worte und Taten sind an jeden Tag im Jahr für mich von Bedeutung.
Der kommt nicht ins Müsli, der muss auch nicht ins Regal – sondern mittenrein in mein alltägliches Leben.

Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Andacht am 9. Januar 2016: Wie eine Mutter

Herzlich Willkommen in Neuen Jahr!
Die christlichen Kirchen haben diesem Jahr 2016 ein wunderbares biblisches Motto gegeben: „Gott sagt: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“
Gott, der wie eine Mama ist … da kommen bei mir ganz viele Erinnerungen.
Wie das war, als ich vom Fahrrad gefallen bin und furchtbar geheult habe. Oder wie sie sich um mich gekümmert hatte, als bei meiner Spielzeugeisenbahn etwas kaputt gegangen ist.
Oder auch, wie es war, neben ihr zu stehen, als die Oma gestorben ist, und wir an deren sarg in der Leichenhalle waren.
Da war immer ihr Arm. Mal ganz um mich herumgeschlungen, so dass ich darim geborgen war. Manchmal fast unmerklich auf meiner Schulter – ich habe ihre Hand ganz leicht gespürt, und wusste: Ich bin nicht allein.
„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ – so erlebe ich meinen Gott auch immer wieder: Mal ist er mir ganz nah, und ich kann mich beim ihm ausheulen. Und oft ist es nur ein ganz sanftes Gefühl, wie die Hand auf meiner Schulter – ganz sachte, aber ich weiß: Er ist ganz nahe bei mir.
Ich wünsche Ihnen ein gutes und gesegnetes neues Jahr