Andacht zum 6. Februar 2016: Die Haarbürste

Guten Morgen,
auch heute kommt meine Andacht aus dem Badezimmer – in Form meiner Haarbürste. Die ist seit ein paar Jahren bei mir auf dem Kopf ein bisschen unterfordert. Immer weniger Haare sind es, die in Form gebracht werden müssen.
Als Teenager hatte ich eine dicke Wolle auf dem Kopf. Das fand ich peinlich, fühlte mich wie ein Mädchen, und jetzt schau ich neidisch zu den Männern, die das auf dem Kopf haben, was ich vor 30 Jahren hatte, aber nie wollte.
Da wundere ich mich manchmal über mich selber. Aber oft genug ticken wir ja so: Das was man nicht hat, ist das, was interessant ist – Die Früchte in Nachbars Garten, das tolle Auto in seiner Garage, die attraktive Freundin auf seinem Sofa. Wir wissen alle: Diser neidische Blick auf das, was man nicht hat; auf das, was der Andere hat, das ist die Lizenz zum Unglücklichsein!
Also schau ich in meinem Spiegel, atme tief durch, fahre mit meiner unterbeschäftigten Bürste durch meine Häärchen und freue mich, dass der Friseurbesuch heutzutage bei mir viel schneller rum ist, als vor 30 Jahren.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

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