Weltraumschrott – was fliegt Gott da um die Ohren? Andacht zum 3. Oktober 2020

Weltraumschrott – so nennt man das, was ein paar hundert Kilometer über uns um die Erde kreist. Trümmer von kaputten Satelliten, ausgebrannte Raketenstufen, ein von Astronauten verlorener Schraubenzieher … bei vielen Aktionn im Orbit über uns geht mal etwas schief … und dann hat man für alle Zeiten ein neues Stück Schrott, das mit ein paar tausend Stundenkilometern auf der Erdumlaufbahn herumschießt. Eine halbe Million Teile sind es inzwischen.

Als Kind habe ich mir vorgestellt, dass Gott auch da oben irgendwie schwebt und auf die Erde runterschaut. Mit dem Wissen von heute, würde ich mir da schon Sorgen machen, wenn Gott laufend unser Weltraumschrott um die Ohren fliegt. Da müsste er ja ganz schön aufpassen.

Aber jetzt als Erwachsener habe ich schon eine andere Vorstellung davon, wo Gott ist. Für mich ist er überall. Bloß fliegt ihm da was anderes um die Ohren: All unsere Sorgen, unsere Fehler, Hoffnungen, Klagen und Gebete von Millionen Menschen – die kriegt er täglich ab.

Unseren Herzens- und Seelenschrott, den sammelt er Tag für Tag ein. Er duckt sich nicht weg, sondern kümmert sich drum. Eine schöne Erfahrung, wenn mich erlebe: Meine Sorgen schwirren nicht ewig um meinen Kopf, sondern da ist ein Gott, bei dem ich sie auch mal loswerden kann.

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