Der menschliche Heißluftballon – oft nur heiße Luft – Andacht zum 19. September 2020

Wenn am Abend über Franken ein Heißluftballon am Himmel steht, das hat für mich schon immer eine gewisse Faszination: Wie er da groß und majestätisch über allem schwebt. Lautlos, nur manchmal faucht zwischendurch der Gasbrenner. Ja, der erinnert mich daran: Es ist alles nur heiße Luft, mit ein bisschen drumherum. Mehr nicht…

Manchmal gibts ja auch Menschen, wie so Heißluftballons. Da denkt man auf der ersten Blick: Oh, welch beeindruckende und alles überragende Persönlichkeit – wie klein bin ich im Vergleich dazu. Aber irgendwann kommt der Moment, wo ich auch bei diesem Typen den Gasbrenner höre, wo ich merke, dass da ganz viel heiße Luft hinter seiner tollen Fassade steckt. Aufgeblasen und prall, aber sonst?

Manchmal spiele ich mit dem Gedanken: was wäre, wenn man da mit einer Nadel ein Loch …? Aber ich vermute, mit so einem Absturz des menschlichen Heißluftballons  wäre auch keinem geholfen. Mir reicht es schon, manchmal seinen Gasbrenner zu hören, mit dem er sich künstlich aufbläst, zu lächeln und zu merken, dass ich mich jetzt schon gar nicht mehr so klein fühle.

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