Andacht zum 9. November 2019: Kastanien und Teenager (Andachtenreihe „Kastanien“)

Ich bin überzeugt: Die Kastanien, die momentan an den Bäumen hängen, sind wahrscheinlich alle in der Pubertät. Wie so ein Teenager: Eine stachelige Schale mit klarer Botschaft: Schau mich nicht an, rede mir nicht in mein Leben rein, lass mich in Ruhe – ach, ihr seid alle doof.
Und da hat man manchmal auch wirklich keine Lust, sich dieser menschlichen Kastanie zu nähern – weils dann eh bloß Stress gibt.
Da muss ich an den alten Bibelvers denken: Der Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an.
Das ermutigt mich dann doch mal näher hinzusehen. Da wo die stachelige Schale ein bisschen aufgeplatzt is erkennt man diese junge, sich entwicklende Menschenseele.
Wie so eine frische Kastanie: So glatt und verletzlich. Da hofft man, dass sie noch genügend Zeit hat, eine feste Oberfläche zu entwickeln, bevor dann doch irgendwann die ersten Schrammen kommen werden.
Der Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an. Ich glaube unsere Teenager brauchen genau diesen Blick, der liebevoll und aufmerksam hinschaut, und sich nicht an den ganz natürlichen Stacheln stört.

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