Andacht zum 8. November 2016: Mücken und Kamele

Guten Morgen,
in Belgien gibt es eine Redensart aus der Bibel, die wir in Deutschland gar nicht kennen. Da betitelt man jemanden gerne als “Mücken-Aussieber”, wenn er allzu kleinlich ist. Denn Jesus sagte Jesus einmal zu den Pharisäern: Ihr siebt die Mücken aus, aber die Kamele schluckt ihr runter (Matthäus 23,24).
Auch wenn es das Sprichwort bei uns nicht gibt, kenne ich die Sache, um die es geht, nur zu gut: Wenn ich mich mal wieder über so Kleinigkeiten aufrege. Jaja, es sind Kleinigkeiten! Aber die gehen mir halt auf die Nerven, und da kann ich die Klappe nicht halten. – Das sind die Mücken.
Die Kamele, die großen Probleme, die grundsätzlichen Fehler im System, da bin ich viel großzügiger; vielleicht auch, weil ich mich da häufiger überfordert fühle und glaube, sowieso nichts machen zu können.
Kann es sein, dass es die Kamele sind, die die Mücken erst anlocken? Vielleicht müsste ich doch den Mut haben, manches grundsätzlicher anzugehen und erst das Kamel aus meinem Zimmer zu verscheuchen, bevor ich versuche, die ganzen Mücken zu erschlagen? Denn solange das Kamel noch da ist, wird so Manches nicht besser werden.
Ich wünsche ihnen einen guten Tag, und viel Erfolg als Kamel-Vertreiber

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.