Andacht zum 4. Juni 2016: gewinnen oder gewinnen?

Guten Morgen,
Ralf streitet sich eigentlich gar nicht gerne – er mags lieber harmonisch. Aber wenns dann mal Ärger gibt, und ein Kollege ihm mit unangenehmen Problemen oder einer ganz anderen Meinung kommt, dann wird der rasiert. Da fackelt Ralf nicht lange, ihm fallen immer ein paar gute Argumente ein, mit denen er seinem Gegenüber das Maul stopfen kann. Denn auf den Mund ist Ralf wirklich nicht gefallen. Dann hat er wieder Ruhe.
In letzter Zeit ist es aber ruhiger um ihn geworden, als es ihm lieb ist. Man hat den Eindruck, dass ihm viele aus dem Weg gehen, keine Lust mehr haben, mit ihm gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten. Und er selbst hat inzwischen das Gefühl, hier auf einem verlorenen Posten zu kämpfen.
Zu oft hat er gestritten und dabei das Ziel gehabt, den Streit für sich zu gewinnen. Vielleicht hätte er öfter versuchen sollen, den anderen Menschen für sich zu gewinnen. Die Kollegen, die als von ihm Besiegte die Meetings verlassen haben, die hat er verloren.
So streiten, dass man mit Argumenten und Offenheit, den Anderen für sich gewinnt, statt ihm zu besiegen – ich hoffe, dass Ralf das irgendwann nochmal lernt, sonst wird es verdammt einsam um ihn.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

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