Andacht zum 30. März 2019: Das Haar in der Lebenssuppe

„Herr Ober, da ist ein Haar in meiner Suppe.“ – so fängt ein Dutzend Witze an. Was aber meistens auf so einem Satz folgt, ist ja gar nicht lustig, sondern ein Drama –wenn nämlich der Gast wegen dieses Härchens über dem Koch zu Gericht sitzt.

Da frage ich mich schon, ob da in der Suppe außer dem Haar wirklich gar nichts drin war? Keine Nudeln, kein Markklöschen, weder Schnittlauch noch Selleriewürfel? – Kann ich mir echt nicht vorstellen.

Aber es gibt sie wirklich – die „Haar-in-der-Suppe-Finder“! Ich suche in meiner Suppe lieber Leberklößle, oder kleine Broccoli-Stückchen, oder Rindfleischwürfel. Da freue ich mich dann.

Eigentlich muss jeder selber wissen, wonach er in seiner Lebenssuppe sucht.
Denn das bestimmt dann seinen Blick aufs Leben.

Ein Haar in der Suppe wird es immer geben – manchmal ist es sogar ärgerlich dick und lang. Aber es ist immer  noch meine Entscheidung, ob ich an einem Haar verzeifle, oder ob ich munter und dankbar all die anderen guten Zutaten meiner Lebenssuppe genieße.

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