Andacht zum 6. August 2016: Lieblingshemd

Guten Morgen,
manchmal ist meine Frau gnadenlos ehrlich. Da komme ich mit einem meiner Lieblingshemden zum  Frühstück, und ernte schon ein genervtes Stirnrunzeln: Was hat sie denn? Das eines meiner Lieblingshemden. Seit fast 15 Jahren liebe ich das.Ich hab mich so daran gewöhnt, auch an die abgewetzten Ellenbogen, das damals modische Muster und die Tatsache, dass es eigentlich nicht mehr so gut passt, weil ich inzwischen abgenommen habe. Ja ….meine Frau hat Recht: Eigentlich gehört mein Lieblings-Hemd längst ausrangiert.
Bei meinen Lieblings-Meinungen, meinen Lieblings-Themen und meinen Lieblings-Vorurteilen ist das manchmal nicht viel anders. Die hege ich in meinen Kopf auch ganz schön lange; die sind mir vertraut, die sind halt meine. Da sind es oft meine Töchter, die dran rütteln: “Hey, papa, wie bist den du drauf?” Dann merke ich, dass ich meine Meinungen, Themen und Urteile viel zu selten selbstkritisch überprüfe. Nachsehe, ob sie noch passen: Zu mir, zu meinem Glauben, zu dieser Welt, die sich ja auch ändert.
Und so bleibt mein Inventar in Bewegung: Mein Hemdensortiment genauso wie meine Sicht auf diese Welt.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

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