Andacht zum 3. Februar 2018: Schleichende Prozesse

Guten Morgen,
Angefangen hat es damit, dass ich mir einen neuen Bildschirm für den Computer gekauft habe – weil ich ich fand, dass die Buchstaben immer verwaschener wurden. Aber auch beim neuen habe ich irgendwann die Zeichengröße der Buchstaben nach oben verändert: Von 11 Punkten zu 12, dann 13 …
Irgendwann musste ich eingestehen: Ich brauche eine Brille, weil allmählich meine Augen schwächer wurden. Ich habe es nur lange nicht gemerkt, weil das eben so ein schleichender Prozess war.
Das ist das Gemeine an solchen allmählichen Veränderungen: Man merkt es kaum, und doch wird mit der Zeit alles anders.
Bei den Augen habe ich es immerhin irgendwann bemerkt, und konnte Abhilfe schaffen. Aber ich überlege, ob es nicht auch in anderen Bereichen meinens Lebens solche schleichenden Prozesse gibt.
Werde ich von Jahr zu Jahr abgebrühter, wenn es um die Ungerechtigkeit auf dieser Welt geht? Kann es sein, dass ich immer selbstzufriedener und selbstgerechter werde, ohne dass ich das wirklich spüre?
Bei meiner Brille hat mir meine Frau gesagt: Hey, geh doch mal zum Optiker, das timmt was mit deinen Augen nicht! Ich hoffe, sie, oder ein guter Freund sind es auch, die mich bei den anderen schleichenden Prozessen warnen, bevor ich irgendwann zum kaltblütigen Kerl oder zum selbgerechten Idioten werde.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

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