Andacht zum 27. Juli 2018: Noten vergeben – oder sich die Noten schenken?

Guten Morgen
Heute, am letzten Schultag bekommen unsere Kinder wieder ihre Zeugnisse. Je nachdem, wie die Noten dann ausfallen, machen sie sich dann mehr oder weniger glücklich auf den Heimweg.
Ich weiß noch, wie froh ich war, als ich zum allerletzten Mal eine Examensprüfung hinter mir hatte: Endlich war das vorbei … die Angst vor Prüfungen und Noten…Aber ehrlich gesagt: So richtig rum ist es nie! Denn wir geben einander das ganze Leben lang Noten.
Die Leistung der Ingenieurin im Beruf, die Predigt vom Pfarrer, die Freundlichkeit der Krankenschwester, der Service im Restaurant, der Modegeschmack der Feundin, das Übergewicht des Kumpels.
Wir vergeben so gerne Noten, beurteilen so gerne die Anderen – nur umgekehrt finden wir es nicht so toll, wenn andere sich ein kritisches Urteil über uns erlauben.
In der Bergpredigt sagt Jesus: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Und dann spricht er davon, dass wir gerne den Splitter im Auge des anderen sehen, aber den Balken im eigenen Auge nicht erkennen.
Damit trifft er bis heute den Nerv: Besser als Noten vergeben ist es, sich die ganze gegenseitige Bewerterei zu schenken.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

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