Andacht zum 2. November: Der Safran (Radioandachten-Reihe über Gewürze)

Guten Morgen,
wie schon in den Tagen vorher soll es auch heute morgen um ein Gewürz gehen – diesmal um den Safran. Klein und unscheinbar seht das Döschen mit den Safranfäden im Regal. Ein Gramm Safran ist da drin, und hat doch mehr gekostet, als die Packung Pfeffer, die 30 mal mehr auf die Wage bringt.
Mit ihm zu kochen oder zu Backen empfinde ist schon als etwas Besonderes. Wenn ich für das Risotto ein paar Safranfäden aus dem flachen Döschen heraushebe – sie haben ja praktisch kein Gewicht – das hat was! Ein bisschen komme mir so vor, wie ein Juwelier, der seine Diamanten mit größer Sorgfalt mit der Pinzette und Lupe an ihren Platz befördert. Ja, ich übertreibe. Aber ich bin immer wieder fasziniert, wie gerade diese Gewürze, die wir in kleinsten Mengen verwenden, eine besondere Wirkung haben.
Im Alltag achte ich viel zu oft nur das Große und Prächtige, das Laute und Wuchtige. Das saugt unsere Aufmerksamkeit auf.
Aber beim Kochen mit Safran erlebe ich, mit wieviel Phantasie und Liebe zum Detail unser Herrgott diese Welt geschaffen hat. So dass die winzigen Blütenstempel einer kleinen Krokusblüte meinem Risotto einen besonderen Farbton verleihen.
Ja das Kleine zu schätzen.
Nicht immer nur das Große bewundern.
Daran erinnert mich mein filigranes Safrandöschen im Gewürzregal.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

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