Andacht zum 25. Juni 2016: Der Ton macht die Musik

Guten Morgen!
Es war so gegen acht Uhr am Abend, als ich auf meiner Joggingrunde durch ein kleines Dorf lief. Da kam mir ein Bauer entgegen, Mitte sechzig, in Stallklamotten, vielleicht auf dem Heimweg vom Füttern – keine Ahnung. Und weil ich ja ein freundlicher Mensch bin, und trotz der Joggerei noch genügend Puste hatte rief ich „Guten Morgen!“ – Und er strahlte zurück: Jo, guten Morgen!
Eine Sekunde später fällt mir ein: Moment, wir haben acht Uhr Abends, und ich sage „guten Morgen“! Oh Mann, bin ich blöd … der muss sich ja total veralbert vorkommen.
Aber er hat ja auch „guten Morgen“ gesagt…. Offenbar fand er es ok.    Ja … vielleicht ist es manchmal gar nicht so wichtig, aus welchen Buchstaben meine Worte bestehen, sondern in welcher inneren Haltung sie gesprochen werden.
Ich denke, ich sollte nicht immer so genau darauf achten, mit welchen manchmal ungeschickten Worten einer etwas zusammenstoppselt. Jedes Wort des anderen auf die Goldwaage zu legen, bringt uns ja nur selten wirklich weiter. Darum will ich versuchen, häufiger meine inneren Fühler ausstrecken, um zu spüren, was jemand eigentlich ausdrücken will. Wer weiß, wie oft dann manches blöde Missverständnis gar nicht erst zustande kommt.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.