Andacht zum 25. Februar 2017: Cowboy für einen Tag

Guten Morgen,
im Fasching war ich in meiner Kinderzeit meistens ein Indianer. Das hat meine Mama entschieden. Dabei wäre ich viel lieber ein Cowboy gewesen: Mutig, mit einer Pistole, der mit seinem Cowboyhut total cool durch den Festsaal beim Kinderfasching schlurft. Einer, der mal auf den Tisch haut, und seinen Willen durchsetzt. Das wär ich gerne mal gewesen – nicht so ein friedlicher weichgespülter Indianer.
Manche sagen ja: Faschingsverkleidungen spiegeln unsere unterdrückten Sehnsüchte wieder. Das, was wir uns im täglichen Leben nicht trauen, das kriecht dann im Fasching an die Oberfläche.
Aber ist das nicht eigentlich blöd? Warum wage ich es nicht im echten Leben, einmal diese unterdrückte Rolle auzuleben? Mal ein bisschen mehr starker Cowboy? Ein bisschen mehr versträumte Prinzessin, oder irrational handelner Clown.
Man kanns ja mal versuchen. Nachher ist man jedenfalls schlauer. Ich für meinen Teil habe gelernt: Als großspuriger Cowboy fühle ich mich wie ein Idiot. Ich bin doch ein Indianer – das hat meine Mama damals schon richtig erkannt.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

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