Andacht zum 21. Oktober 2017: Nimm mich in den Arm

Guten Morgen,
da sitze als Pfarrer mit einer Familie am Küchentisch. Der Vater ist gestorben, hoch in die Achzig. Zusammen schauen wir auf das Leben des Verstorbenen zurück. Ich höre von fröhlichen Urlaubsreisen, von mancher überstandenden Krise, von der großen Dankbarkeit, dass man so lange mit ihm zusammensein konnte – denn er war einer, der für seine Familie alles gemacht hat.
Aber eines, ja eines war schade, … da schauen mich Töchter und Söhne gleichermaßen an, er hat uns halt eigentlich nie in den Arm genommen und geknuddelt. Das war uns als Kinder gar nicht so bewusst, und je älter wir geworden sind, umso mehr spüren wir, dass uns das gefehlt hat. Schade, dass man das nun nicht mehr nachholen kann.
Ob wir heute da besser sind, als die Generationen vor uns? Im Beruf hängen wir uns rein. Den Großteil der Freizeit verbringen wir mit den Kindern; machen Ausflüge, Action und tralala. Aber gönne ich uns auch die Zeit, am Sonntagnachmittag gemeinsam auf dem Sofa zu kuscheln?
Einfach Nähe schenken. Das Gefühl, dass der Papa mehr ist, als ein Entertainer.
Einer, der Liebe schenkt, auch wenn sein Bart beim knuddeln kratzt.
Mit einem großes Herz, dem man alles anvertrauen kann.
Dessen Bauch ein bisschen ein Fels in der Brandung des Lebens ist.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

 

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