Andacht zum 20. November 2016: Wo gehobelt wird …

Wo gehobelt wird, fallen Späne. Ein alter Spruch zu einer noch älteren Praxis – Wenn zum Beispiel in der Schule ohne großes Federlesen der nächstbeste Verdächtige bestraft wurde, weil nach der Pause eine Lehrerkarikatur an die Tafel gemalt war.

Es gibt Leute, die besuche ich als Pfarrer zum 75. oder 80. Geburtstag … und irgendwann erzählen sie mir so eine Geschichte. Wo es sie unschuldig erwischt hat … und auch nach über einem halben Jahrhundert spürt man noch, wie sie das damals verletzt hat. Sie wissen nicht mehr viel über die Schulzeit, aber das hat sich tief in die Erinnerung eingebrannt. Ob der Lehrer damals geglaubt hätte, dass diese ungerechen Schläge das einzige sein werden, an das sich dieser Schüler noch nach Jahrzehnten erinnern wird?

“Wo gehobelt wird, fallen Späne” – mit diesem netten Satz versuchen wir es auch heute ganz gerne, zu beschönigen, dass wir es mit der Gerechtigkeit nicht so ganz genau nehmen. Weils eben sonst viel zu aufwendig wäre, in der Schule, auf der Arbeit oder in der Familie.  Wir können es uns schönreden, aber wir dürfen nicht übersehen: Die, die wir ungerecht behandeln, werden es vielleicht ihr Leben lang nicht vergessen. Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

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