Andacht zum 20. Juli 2019: Notenschluss

In diesen Tagen ist in unseren Schulen Notenschluss. Bis zu jenem oft geheimgehaltenen Datum können die Lehrer noch Noten fürs Zeugnis eingetragen– aber dann ist es rum. Und viele Schüler schalten dann in so eine Art Faulenzer-Modus. Denn jetzt kann mir ja nichts mehr passieren. Dann brauche ich mich auch nicht mehr anstrengen.
Das mit dem Notenschluss ist eigentlich keine gute Vorbereitung aufs echte Leben. Denn da gibt’s keinen Notenschluss, von dem an ich die Beine hochlegen kann. Da bin ich eigentlich immer als Mensch gefordert.
Aber auf der anderen Seite: Im echten Leben gibt’s eigentlich auch keine Noten.
Es gibt nicht die Note 6 für´s Gaffen an der Unfallstelle. Und keine 1 dafür, dass ich meinem alten Nachbarn den Rasen mähe.
Da ist es doch wie in der Schule: Wo es keine Noten mehr gibt, da zeigt sich der wahre Charakter der Menschen.
Da lernst du die kennen, deren Welt sich nur um ihr eigenes Ego dreht.
Die Forscher, die bis zu ihrem letzten Tag etwas lernen und die Welt verstehen wollen.
Die Teamplayer, die mit anderen und für andere da sein möchten.
Die Verpeilten, die gar keinen Plan haben und einfach den größen Krakeelern folgen.
Ja, als Erwachsener kriege ich keine Noten. Viel schlimmer: Ich kriege es immer mit mir selbst zu tun!
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

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