Andacht zum 19. März 019: Die unbewegliche Leiter in Jerusalem

In Jerusalem steht am einem Kirchenfenster  der Grabeskirche eine Leiter. So, als hätte sie ein Handwerker eben mal stehen lassen, weil er etwas repariert hat.

Aber in Wirklichkeit lehnt sie da schon seit über 250 Jahren. Und keiner räumt sie auf. Denn diese Kirche teilen sich sechs verschiedene christliche Konfessionen: Katholische Kirche, griechisch-orthodoxe, Syrisch-orthodoxe und einige andere. Die sind dich untereinander eher selten einig. Immer wieder gibt es Streit – seit Jahrhunderten ist das so. Sie ahnen es: In der Frage, wem die Leiter gehört, und was man damit macht, wurde man sich nie einig – also steht sie immer noch da. Seit 250 Jahren!

Ich weiß nicht, ob ich darüber lachen oder weinen soll. Vor allem, wenn ich daran denke, dass es das ja auch mitten unter uns gibt. Wo in Familien nichts mehr vorwärts und rückwärts geht – weil die Situation so verfahren ist, und keiner sein Gesicht verlieren will.

Da möchte ich sagen: Kommt … fasst euch ein Herz! Springt mal über euren Schatten, über euren Stolz oder über euer Gekränktsein. Und sucht nach Lösungen. Ihr habt keine 250 Jahre Zeit, um das auszusitzen. Euer Leben ist zu kurz und zu wertvoll, um es mit sturem Stillstand zu vergeuden.

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