Andacht zum 20. Januar 2018: Alles ist möglich

Guten Morgen,
„Alles ist möglich, dem der da glaubt“ – diesen Satz hat Jesus einmal gesagt. Und ich überlege mir immer wieder, ob das wirklich so funktioniert. Jesus hatte da keine Probleme, bei ihm klappte irgendwie alles. Der ging sogar übers Wasser – bei mir klappt das nur ab 10 Grad unter Null.
Hat Jesus uns da etwa zu viel versprochen? Hat er die Erwartung damit zu hoch geschraubt?
Auf der anderen Seite merke ich: Das Problem liegt ja oft nicht daran, dass ich mir und Gott zuviel zutraue, sondern zuwenig! Und so schraube ich aus Angst vor Enttäuschung meine Erwartungen nach unten …
Dann wird der Satz „Das wird sowieso nix“ zu meinem Mantra.
Große Träume werden entsorgt.
Manche heimliche Hoffnung schminke ich mir ab.
Ich will lieber nur kleine Brötchen backen – da kann nicht so viel schief gehen.
Aber wie soll sich da in meinem Leben etwas verändern, wenn ich mir und meinem Gott nichts zutraue? Wenn ichs nicht mal versuche?
„Alles ist möglich, dem der da glaubt“ – Jesus weiß, dass ich kein Wundertäter bin. Aber er gibt mir mit diesen Satz einen ordentlichen Schubser: Habe Mut und Vertrauen – dann geht mehr als du denkst.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Andacht zum 13. Januar 2018: Bilder eines Jahres

Guten Morgen,
was machen Sie eigentlich mit den ganzen Fotos des vergangenen Jahres? Liegen sie bei Ihnen auch auf der Festplatte oder im Handyspeicher, belegen etliche Gigaabyte, und gammeln da still vor sich hin?
Jaja, ich weiß schon, wenn Sie Zeit haben, dann wird mal ausgemistet und ein Fotobuch gemacht… aber bei vielen Menschen zieht sich das länger hin als der Bau des Berliner Flughafens.
Machen Sie doch lieber die kleine Lösung: Einfach mal wieder nur anschauen! Einfach so, die Monate des vergangenen Jahres in die Hand nehmen und betrachten. Was da war … was sie erlebt haben … was sie erlitten haben. Lassen sie sich von ihrer Erinnerung treiben, entdecken sie nebenbei auch machen wunderbaren Moment, von dem es zwar kein Foto gibt, der aber immer noch in ihrem Kopf bereitliegt.
Einfach so, dankbar das Gute Revue passieren lassen.
Sich bewusst machen, wie wertvoll die Zeit ist, die Gott uns auf dieser Erde schenkt.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

Andacht zum 9. Januar 2018: Aussehen wie Jesus

Guten Morgen
Da liegt es also in der Krippe unterm Weihnachtsbaum – das süße Jesuskind.
Wobei ich gar nicht weiß, on dieses Jesuskind wirklich süß war. Für die Eltern sind die eigenen Babys ja immer wunderschön. Aber vielleicht hatte der kleine Jesus so einen fränkischen Klößkopf, oder sonst etwas, was man nicht sooo schön findet.
Da denken wir gar nicht dran, denn wir haben oft genug einen ziemlich gut aussehenden Jesus in Kopf, aus Gemälden oder so Historien-Filmen. Warum nur? Weil ein “außergewöhnlicher” Mensch auch richtig gut aussehen muss?
Ich hab mal ein niederländisches Jesus-Musical gesehen, da war der Jesus-Darsteller ziemlich klein, ein bisschen dick – und wirklich keine Schönheit. So ein Allerweltsgesicht. Das hat mich nachdenklich gemacht.
Wir wissen: Jesus hat Menschen mit seinen Worten, mit seinen Taten und mit seinem Umgang mit ihnen beeindruckt. Aber wie er aussah?
Ich wünsche mir ein bisschen, dass Jesus wirklich kein Schönling war – schon als Signal für alle, die beim Blick in den Spiegel die Krise haben – eben weil sie sich so durchschnittlich vorkommen: Denen könnte ich dann sagen
Ey: Ein bisschen siehst du aus wie Jesus!

Andacht zum 6. Januar 2018: Das schönste Geschenk

Guten Morgen!
Ich hab da mal eine Frage:Welches war an Weihnachten das Geschenk, über das Sie sich am meisten gefreut haben?
Kann es sein, dass das nicht das größte oder teuerste Geschenk war? Aber was war es dann, was dieses eine Geschenk zu etwas Besonderem gemacht hat? Na…?
Kriegen Sie es hin, das in einem Satz zu formulieren? Das wäre prima! Denn dann hätte ich einen Tipp: Nehmen sie sich ihren Kalender fürs kommende Jahr, und schreiben Sie sich diesen Satz irgendwo als Hinweis für einen der Tage Mitte November.
Ja … und dann, wenn sie im nächsten Herbst mal wieder überlegen: „Was schenke ich und was kommt denn gut an…“ dann wird Ihr Kalender Sie daran erinnern, was ein Geschenk zu etwas Besonderem macht
Vielleicht ist ihnen das dann ja eine Hilfe … aber dafür müssen die es jetzt aber auch in Ihren Kalender reinschreiben!
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Andacht zum 25. Dezember 2017: Stillstand

Guten Morgen
Wir haben den ersten Weihnachtsfeiertag. Obwohl Montag ist, haben alle Läden zu, und auch morgen bleiben die Parkplätze vorm Einkaufszentrum leer. Hach, das liebe ich so an Weihnachten: Dass für ein paar Tage das Einkaufs-Leben stillgelegt ist.
Man kann nicht schnell mal zum Supermarkt gehen, um eine Kleinigkeit zu besorgen.
Selbst wenn ich im Online-Shop bestelle, weiß ich: Bei denen passiert auch nix: Frühestens am Donnerstag wäre mein Paket da.
Stillstand: Eben „Stille Nacht“ und „stiller Tag“.
Mal eine Pause, die ihren Namen verdient.
Die Konsumwelt ist zum Nichtstun verdonnert.
Endlich ist mal Zeit um den Baum zu bewundern, zum Lesen, zum Spielen, zum Besuche machen, einen Blick auf das Kind in der Krippe werfen .
In aller Ruhe. Ohne Stress. Kein „ich muss noch schnell mal…“
Genießen Sie die beiden Feiertage – an denen endlich mal nicht die Kassen, sondern die Glocken.

Andacht zum 19. Dezember 2017: Dankbarkeit

Guten Morgen,
plötzlich war es vorbei mit dem Zähneputzen am letzten Freitagabend. Irgendwas war mit meinem Arm, dass ich ihn nicht mehr gescheit hochheben konnte. Das hat so fies weh gehtan …
Der Hausarzt hatte ja schon geschlossen – also kramte ich eine Schmerzsalbe heraus, und ich fing an zu googeln, was ich da wohl habe.
Für einen Hypochonder wie mich, ist das keine gute Idee: Denn die Suchergebnisse prophezeiten mir aufwendige Therapien, Operationen und unsichere Heilungschancen. Ich hatte echt einen Riesenbammel
„Lieber Gott, lass das bloß wieder gut werden…“ dieser Gedanke war an dem Wochenende mein steter Begleiter.
Jetzt, ein paar Tage später, ist alles wieder in Ordnung. So wie die Schmerzen gekommen sind, so sind sie wieder verschwunden. Fast genauso schnell war auch vergessen, wie sehr ich meinem Gott mit der Bitte in den Ohren gelegen war, dass alles wieder gut wird.
Ja, das alte Klischee, dass die Menschen in Schwierigkeiten nach Gott fragen und danach, nicht mehr nach ihm denken – das ist halt nur allzu menschlich. Darum nehme ich mir heute vor: Einen Tag lang froh zu sein, dass mein Arm wieder fit ist – und dabei jedesmal Gott dafür dankbar zu sein, dass es mir so gut geht.

Andacht zum 16. Dezember 2017: Und unserm bösen Nachbarn auch ….

Guten Morgen,
es passiert ja immer wieder mal, dass man Liedtexte falsch in Erinnerung hat, und im dümmsten Fall dann auch verkehrt mitsingt.
So ging es mir als Jugendlichen mit dem alten Kirchenlied „der Mond ist aufgegangen“. Da heißt es – so dachte ich – ganz am Ende: „Verschon uns Gott vor Strafen und lass uns ruhig schlafen, und unsern bösen Nachbarn auch“. Das fand ich beeindruckend: Auch dem bösen, vielleicht recht streitsüchtigen Nachbarn trotz Allem eine gute Nacht wünschen. Denn wahrscheinlich ist er genau wie ich ein Mensch, der halt so seine charakterlichen Schwächen hat – aber den Gott dennoch lieb hat.
Ja… und dann habe ich irgendwann gemerkt, dass der Schluss des Liedes in Wirklichkeit ganz anders geht: „und lass uns ruhig schlafen, und unsern kranken Nachbarn auch“. OK, das ist auch ein schöner Wunsch. Und ich singe natürlich auch diesen „richtigen“ Text. Aber jedes Mal erinnere ich mich dann doch an meinen Fehler von damals, und denke: Ja, auch dem bösen Nachbarn, dem Mitmenschen, der mir immer wieder auf die Nerven geht, dem wünsche dennoch eine gute Nacht, und einen guten Tag.

Andacht zum 9. Dezember 2017: Lebensträume

Guten Morgen,
einen Sommer lang als Sennerin auf der Alm in den Bergen. Diesen langgehegten Wunsch hat sich die Nürnbergerin Sibylle Leimeister erfüllt. In ihrem Buch „Zeitlang“ schreibt sie davon, dass die Wirklichkeit in den Alpen dann manchmal eher ein Alptraum war. Weil alles anders war als gedacht, weil die Menschen auf 2000 Metern Höhe tatsächlich so seltsam und knurrig waren, wie der Alm-Öhi bei Heidi … rundum: Aus dem idyllischen Traum wurde ein hartes Abenteuer, das Sibylle immer wieder an ihre Grenzen brachte.
Sicherlich hätten ihr manche Freunde schon vorher sagen können, dass es anders sein wird, als in der romantischen Phantasie einer Frau, die die Alpen nur vom Wandern kennt.
Aber ist es nicht so, dass solche Lebens-Träume uns gut tun? Mir im Gedanken ausmalen, wie das wäre, wenn ich einmal tatsächlich diesen einen langgehegten Wunsch in die Tat umsetzte. Das hilft mir über so manche trübe Alltagserfahrung hinweg.
Ja, und wenn es dann vielleicht soweit kommt, dass ich wie Sibylle erleben muss, dass es sich ganz anders entwickelt, als in meiner romantischen Phantasie – dann hoffe ich, dass ich wie sie in ihrem Buch zum Ergebnis kommen kann:
Es war ganz anders, es hat mich verändert, und ich bereue es nicht.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Andacht zum 5. Dezember 2017: Spatzen und Kokosnüsse

Guten Morgen,
es ist soweit, morgen ist die feierliche Eröffnung des Christkindlesmarkts. Und wir als Familie gehen da endlich mal wieder hin.
Und wenn ich das erzähle, zieht da einer die Stirne kraus: Naja … ich will nichts sagen … aber man hört so viel von Anschlägen ….
Natürlich kann man von Statistik reden – davon, dass man eher von Blitz oder einer Kokosnuss erschlagen wird, als Opfer eines Attentats. Aber ich hab es nicht so mit Kokusnüssen. Ich finde da die Spatzen besser!
Was ich meine? Jesus hat gesagt. Schaut euch die Spatzen an, zu tausenden flattern sie da draußen herum, und doch fällt keiner von ihnen tot vom Himmel, ohne dass Gott das will. – Ihr Menschen seid für Gott viel wichtiger als tausend Spatzen. Er hat bei euch sogar die Haare auf dem Kopf gezählt. Darum fürchtet euch nicht.
Ja, die Spatzen erinnern mich daran: Ich brauche mich nicht fürchten. Über mein Leben entscheidet kein Attentäter – sondern Gott allein.
Und wenn der nicht will, dass mir etwas passiert, kann ich am Samstag in der Zeitung lesen, dass ein Attentäter kurz vor einem Ziel von einer Kokosnuss erschlagen wurde.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Andacht zum 2. Dezember 2017: Der erste Advent ein Turbo-Advent?

Guten Morgen,
soderla, das erste Adventswochenende ist am Start. In diesem Jahr haben wir ja eigentlich nur 3 Wochen Advent. Denn der 4. Advent ist ja schon der heilige Abend. Das heißt, alles muss diesmal ein bisschen schneller gehen.
Oder lieber doch nicht? Wir sind ja nicht bei der Formel 1, wo es darum geht, als schnellster zuerst im Ziel zu sein.
Advent ist doch genau anders! Langsamer machen, Ruhe, einen Gang zurückschalten ist das Thema. Das Haus schmücken, ein Glas Tee trinken, nit Tante Anne am Telefon ein Viertelstündchen entspannt plaudern. Sich anhören, wie andere sagen, dass es in der Innenstadt der totale Streß ist mit dem Einkaufen, und dann sagen: „Ach? Ich habe hier ums Eck ein paar nette Kleinigkeiten eingekauft, das langt.“
In welche Richtung solls in diesem Advent gehen? Formel 1 oder Sofaecke? Sie haben es in der Hand, wie die drei Wochen aussehen sollen. Mein Tipp: Lassen sie es langsam angehen, schrauben Sie Ihre Erwartungen herunter, denn hektischer als geplant wird es sowieso ganz von alleine.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.